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Ein Strom der Kraft trägt mich hinüber nach Israel und ich betrete vertraute Räume.

Ein kurzer Rückblick:

Nach meinem Ausflug nach Midyat nehme ich am nächsten Morgen, es ist Karfreitag, wehmütig Abschied von Mardin und fahre mit dem Bus nach Diyarbaktur. Eine riesige Stadt. Wir fahren vorbei an nicht enden wollenden Häuserschluchten und Betonwüsten. Ein Hochhaus neben dem anderen, wohin das Auge schaut. Sie wirken angreifbar und zerbrechlich. Ähnlich zu sehen an den Stadträndern von Izmir. Und, wie ich erfahre, typisch für dieses Land. Auf die Schnelle und reihenweise werden die Häuser hochgezogen. Der Bus hält alle 2 Minuten und mittlerweile stehen die Menschen eng und dicht gedrängt aneinander in den Gängen. Kurzentschlossen verlasse ich nach mehr als 30 Minuten Fahrt den Bus, steige in den nächsten, der mich bis kurz vor den Toren der Altstadt bringt. Immer wieder bemerke ich, wie Menschen mich als eine Fremde betrachten. Manchmal sprechen sie über mich, lächeln. Oderich werde angesprochen mit der Frage, woher ich komme. Mein äußeres Erscheinungsbild unterscheidet sich von dem hier in Ostanantolien üblichen. Viele Frauen tragen hier lange Röcke, ihr Haar ist dunkel. Den älterne Frauen ist eine Müdigkeit anzumerken. ihr Gang ist langsam und oft auch beschwerlich. Ihr Gesicht von einer hell bis mittelbraunen Hautfarbe überzogen. Bei den Farben ihrer Kleidung überwiegen braune und schwarze Farbtöne. Die jungen Frauen tragen häufig weiße Turnschuh, ihre Garderobe ist farbig und nur wenige bedecken ihr Haupt. Ich laufe durch enge, dunkle und verschmutzte Seitenstraßen. Auf den Hauptstraßen sind die Geschäfte geöffnet und es herrscht ein reges Treiben. Mein Besuch gilt der syrisch orthodoxen Kirche Virgin Mery. Es gibt nur noch wenige Gemeindemitglieder. 20 Christen und an die 100 Syrer. Ein freundlicher Mann begletiet mich und beantwortet meine Fragen. Glück gehabt ,es gibt ein geöffnetes Restaurant. Das ist selten, jetzt zu Ramadan. Ich esse einen Salat und Köfte. Diyarbaktur, so sagte mir schon jemand in Düsseldorf am Flughafen, ist bekannt für sein gutes Essen. Im Hotel gilt es noch die Fahrt zum Flughafen für den nächsten Morgen zu organisieren.

Karsamstag Vormittag

Ich fliege zurück nach Antalya. Im Hostel darf ich akzeptieren, dass meine Buchung für die kommende Nacht unterging , es gibt kein freies Bett mehr. 300 Meter weiter, so erfahre ich von Finn, einem jungern Mann aus Berlin, gibt es Kapazitäten in einem anderen Hostel. Der Weg ist kurz und ich freue mich über den großzügig geschnittenen Schlafraum. Es ist ein familäres Hostel zum Wohlfühlen.

Ostersonntag

6:30 Uhr,ich stehe am Flughafen von Antalya und gegen 10:30 Uhr betrete ich israelischen Boden. Das Ankommen gestaltet sich entspannt und ruhig. Eine kurze Befragung, was der Grund meiner Reise ist, und schon passiere ich die Grenzkontrollen und nehme wenig später meinen Koffer in Empfang.

Trotz aller Widrigkeiten scheint das Leben hier in Tel Aviv seinen für das Land " normalen " Gang zu nehmen. Jeden Tag lese ich die neuesten Nachrichten aus Israel. Es gab riesige Regenfluten in der Wüste. Diese unter und überspülten die Straßen. Das Osterfest ist vorüber und die höchst angespannte Situation scheint sich momentan ein wenig zu beruhigen.

Wieder laufe ich über den Rothchild Boulevard und bestaune die schöne und ästhetische Architekur der Bauhäuser und die modernen Hochhäuser der Banken und des Finanzwesens. Es ist der Kontrast zu den vielen historischen Momumenten, die ich gerade erst in der Türkei bewunderte. Dazwischen liegt ein Zeitraum von mehr als 4000 Jahren menschlicher Bewusstseinsentwicklung.

Aktuell bin ich im Abraham Hostel. Das Eingangsfoto zeigt ein Ausschnitt der Wandmalerei im Frühstücksbererich. Zu sehen ist Abraham. Und dieser war beheimatet in Mesopotaniern, wo ich gerade her komme. Die Figur Abrahams faszinierte mich als Kind. Die Geschichte aus dem A.T., die genau beschreibt, wie er den Altar für Gott richtet, bereit seinen Sohn Isaak zu opfern.

Saturday April 15th, 2023
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Pilgerin der Neuen Zeit

© 2024 Ute Maria Büenfeld / Schreibe mir