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Gibt es sie noch, die heiligen Momente?

Jene Augenblicke, die sich in unserer Kindheit tief in die Seele einschrieben und uns etwas Ahnen ließen von dem großen Geheimnis, das nicht in Worte zu fassen ist?

Ich erinnere den Moment, in dem meine Geschwister und ich, nach dem Besuch der Christmette, das Weihnachtszimmer betraten.

Es war der eine heilige Moment.

Das natürliche Licht der Kerzen am Tannenbaum erhellte den Raum. Unterhalb des Tannenbaums befand sich die Krippe, die meine Eltern an den Abenden wor dem Heiligen Abend liebevoll aufgebaut hatten. In einer großzügig gestalteten Landschaft standen Maria und Josef im Stall hingebungsvoll mit dem Kind in der Krippe in ihrer Mitte. Die Hirten mit ihren Herden umsäumten den Stall und der Engel ragte über der Krippe.

Andächtiges Staunen erfüllte den Raum. Ein hingebungsvolles und ehrfürchtiges Staunen an etwas Unfassbares jenseits von Raum und Zeit.

Einige Abende zuvor wurden die Türen des Weihnachtszimmers verschlossen. Erst wenn wir Kinder im Bett lagen, liefen meine Eltern geheimnisvoll und emsig treppauf und treppab.

Vorbereitend auf dieses Ereignis gab es jeden Sonntag Nachmittag in der Vorweihnachtszeit das Ritual der Adventsfeier.

Wir Kinder versammelten uns jeden Adventsonntag Nachmittag um den Küchentisch. Draußen dämmerte es bereits und nur das Kerzenlicht der Adventskerzen brannte. Wir lauschten den Geschichten, die Mutter vorlas und sangen Adventslieder, wie:

" Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr, der Herrlichkeit...

Es ist für uns eine Zeit angekommen...."

Wir tragen sie in uns, die Bilder unserer Kindheit. Sie begleiten uns ein Leben lang, stärken, geben Kraft und Zuversicht und eine tiefe Sinnerfüllung in einer oft sinnentleerten materiell orientierten Welt.

Welche Bilder sind es heute, die sich in die Seelen unserer Kinder legen?

https://www.individuelle-elternberatung.de/

Monday November 6th, 2023
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© 2023 Ute Maria Büenfeld / Schreibe mir