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Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch der Israelreise vom 07.03.-06.06.2017

Wieder sitze ich an der Bushaltestelle. Diesmal in Israel, genauer gesagt in Ein Gedi. Die Haltestelle befindet sich am Fuss einer kleinen Anhöhe, auf dem das Gästehaus mit all seinen kleinen Bungalows und Anbauten trohnt. Mein Blick ruht auf dem gegenüberliegendem Toten Meer. Ich kann mich nicht satt sehen an dem zarten Blau, was sich heute auf der Wasseroberfläche spiegelt. Im Hintergrund liegt wie von feinem Nebelschleier überzogen der Gebirgskamm Jordaniens.

Neben mir sitzt ein Mann, ich schätze sein Alter auf 74-76 Jahre' Er trägt einen weissen Baumwollhut. Seine Arme und Hände sind von weissen Stulpen bedeckt, die bis zum Ärmelansatz seines Shirts reichen. Ein kleiner Koffer steht zu seinen Füssen, einen Rucksack und braune Papiertüten liegen auf der Bank.

Ich hole aus meiner Handtasche eine Übersichtskarte Israels, um noch einmal den Ort nach zuschauen, zu dem meine heutige Reise gehen soll. Ja, es scheint mir die richtige Entscheidung zu sein.... ....Auf englisch nun spricht mich der alte Mann an, wohin ich wolle und woher ich komme. Ich beantworten ihm seine Fragen und stelle die gleiche Gegenfrage. Er stammt aus Houston und sein Ziel heute ist Hatzeva. Er zeigt mir den Ort auf der Karte. Hatzeva... er liegt am Rande der Negev Wüste. Ausser zwei eingezeichneten Highways und einem Kamel ist ringsum nichts zu sehen. Und das Zeichen eines Hostels.

Ich frage ihn nach seiner Unterkunft dort. Wie ich ihn verstehe wird er dort als Volontär arbeiten. Er hält mir einen Zettel hin und fordert mich auf, Alan, dessen Telefonnummer darauf steht anzurufen und nach einer Unterkunft zu fragen.

Ich sage ihm, dass ich es in dem von mir ausgesuchten Hostel versuchen werde. Gesagt, getan es dauert nicht lange und ich bin mit dem Hostelbesitzer verbunden. Für diese Nacht habe er keine Unterkunft, für die darauffolgende jedoch. Das hilft mir nicht weiter. Ich bedanke mich und beende das Gespräch.

Lasse mir dann von dem Amerikaner aus Houston genauer erklären, um welche Art von Unterkunft es sich handelt. Ich höre Begriffe wie archäologische Ausgrabungsstätte, Bibelpark, Zusammenarbeit Projekt zwischen Israel und den USA. In meinem Kopf tauchen sofort Gedanken auf.. es sind Urteile und Meinungen über etwas, was ich nicht kenne.....interessant. Nein, beschliesse ich, offen bleiben und vorurteilsfrei. Auch das Wort Ecolodge höre ich und dieser Begriff dient mir als Impuls noch einmal zu meinem Telefon zu greifen und die notierte Nummer zu wählen. Ziemlich schnell bekomme ich eine Verbindung zu Alan. Ich schilderte mein Anliegen, die Suche nach einem freien Bett, vorerst für 2 Tage.

Ja, er hat Caravanunterkünfte und bietet mir einen privaten Raum, heisst, ein Zimmer für mich alleine an. Ich frage nach dem Preis, okay, das passt.

Ich reiche den Hörer weiter an Bob, der ihm noch die Zusammenhänge erklärt. Gut wenige Minuten später steigen wir in den Bus 444 ein, der hinunter bis nach Eilat fährt. Das ist das südliche Ende von Israel. Normalerweise braucht es eine Reservierung für diese Fahrt. Ich habe Glück, bekomme eine Fahrkarte und einen Platz in der ersten Reihe mit grandiosen Ausblicken auf die vorbeiziehenden Berge der Wüste von Negev.

Ich höre nicht auf zu fotografieren, als wolle ich das einmalige Panorama für immer festhalten. Das Leben ist jedoch ein beständiger Fluss, in dem wir uns am Besten hinein begeben und mitfliessen. Denn nur dann findet das wahre Leben zu uns. Ich könnte stundenlang in diesem Bus sitzen und bis ans Ende der Welt fahren.

Nach ungefähr 1 1/2 Stunden erreichen wir Hatzeva. Wir steigen an der zweiten Haltestelle aus. Stehen am Highway, Busse und Autos rauschen an uns vorbei. Nach ein paar Telefonaten findet uns Alan . Wir packen unser Gepäck in den Kofferraum und Bob, fordert mich zweimal auf, doch vorne Platz zu nehmen. Alan, ein freundlich und sympathisch wirkender Amerikaner begrüsst mich auf offenherzige Art und Weise. Schon nach einem knappen Kilometer biegt er links vom Highway ab, hinein in die Wüste. Wir durchfahren ein grosses Tor, dass mich sehr an die Bilder aus der Fernsehserie die Shilou Range erinnert.

Eine amerikanische und israelische Flagge flattern im Wind.

Da sind wir im Biblical Tamar Park.

Ich sehe eine Reihe von Caravans, Palmen, Kakteen. Bewässerungsanlagen....Sitzgelegenheiten. Er führt mich zu meinem Caravan mit der Nummer 12b.

Ein kleiner Flur und durch eine Tür geht es in einen kleinen, 12 qm großen, hell und freundlich wirkenden Raum. Zwei Betten, Tisch, Stuhl, Regal. Kleine Garderobe, Steckdosen, Klimaanlage.. ein bunter Flickenteppich gibt dem Raum einen munter fröhlichen Anstrich. Ein eigenes kleines Bad mit Toilette, Waschbecken und Dusche ist auch mein. Noch ein par Informationen und ich bin allein. Packe alles, was ich brauche aus dem Rucksack ins Regal und lasse mich dann auf dem Bett nieder und werde eine gute Stunde später wieder wach. Anschließend führt mich Alan durch den Park.

Die Amerikaner haben hier in den 80er Jahren begonnen, archäologisch zu forschen und auszugraben und befördeten Steine, Tonscherben uvm. zutage, die alle Zeugnis ablegen von ihrer jeweiligen Zeit. Ich las auf Hinweistafeln von den Nabataeern, der Abraham und Moses Epoche, der -islamischen und römischen Epoche, sowie aus jüngster Vergangenheit die britische und israelische Epoche.

Eine non profit Gesellschaft aus USA ist hier wirkungsvoll tätig. Das Land Israel hat dafür kein Geld.

Ein riesiges archäologisches Feld liegt vor uns. Ich spüre Ruhe und Frieden hier an diesem Ort. Sehe den weiten Horizont, das goldene Licht der Sonne, die Warme, die sie von sich gibt. Ich bin dankbar jetzt hier zu sein. Im Hintergrund die Berge , Klippen und Felsen der Negev Wüste.

Nous vois confions à Sainte Maria Madeleine,

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