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Inspirationen, Gedanken, Erkenntnisse, Geschichten und Einblicke rund um das Pilgern.
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Es ist 6:20 Uhr. Noch bedeckt das Licht der Dunkelheit die Straßen von Lissabon. Den Rucksack auf den Schultern und den Koffer an der Hand, so nähere ich mich dem Metrogebäude. Und schon wenige Minuten später kommt eine junge Frau und öffnet in ihrer Befugnis als Angestellte die Tore, die hinunter zur Metro führen. Wenig später stehe ich vor dem Ticketautomaten, bereit, die gestern erworbene Metrokarte erneut mit einem Geldbetrag aufzufüllen.

Die freundliche, junge Frau steht mir kurz zur Seite und leitet mich mit raschen Erklärungen durch das Menü. Nicht immer erschließen sich dem Besucher die Funktionen des Aufladens auf Anhieb. " Obrigada!" Dankbar, dass zur richtigen Zeit Menschen vor Ort sind, die bereit sind, aufzuklären und zu helfen, verabschiede ich mich von ihr.

Tief unter der Erde gilt es nun, die zum Flughafen führende Linie, zu finden. Die zu erreichenden Endziele sind in unterschiedlichen Farben markiert und helfen dem Fahrgast sich zu orientieren. Schon bald fährt die erste Metro vor. Ich steige ein, die Fahrroute dieser Metro weicht ab von der von mir vorgesehenen Verbindung; das Ziel wird auf anderem Weg erreicht. Und getreu dem Satz: " Viele Wege führen nach Rom!" betrete ich das Abteil.

Nach und nach füllen sich die Waggons. Schon zeitig sind viele Menschen unterwegs, auf dem Weg zur ihrer Arbeit.

Am Ausgang des Flughafens Terminal 1 wartet schon ein Bus auf die Gäste, für die Fahrt zum Terminal 2.

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Der Schalter der Fluggesellschaft ist bereits geöffnet.

Durch das Registieren als Fluggast am Abend zuvor via virtuelles Netzwerk, verkürzt sich hier am frühen Morgen, die Zeit des Eincheckens. Und schon bald sitze ich im Wartebereich, bereit für den planmäßigen Abflug um 9:35 Uhr. Dankbarkeit und Wehmut begleiten mich.

Sechs Monate Aufenthalt in Portugal liegen hinter mir. Den Spätsommer, den Herbst und auch den Winter verbrachte ich im Norden des Landes. Und der Anfang zu diesem Aufenthalt nahm seinen Lauf auf dem Pilgerweg.....dem Camino portugues, in einem ehemaligen Kloster, zu dem es mich immer wieder hinführte.

Alle berührenden Begegnungen dort waren getragen von einem heilsamen Austausch, Lachen und Weinen, ausgelassener Fröhlichkeit und gleichzeitig einer großen Verletzlichkeit,
die uns aus als Menschen innewohnt und unser Mensch Sein begründet.

Und eine Begebenheit erinnere ich im Besonderen. Ein Zusammentreffen mit 2 Frauen, Pilgerinnen auf dem Camino, aus Israel, genauer gesagt aus Tel Aviv, im Oktober vergangenen Jahres. In der Küche eines Hostels kochten sie; es waren noch andere amerikanische Gäste im Raum. Nachdem diese den Raum verlassen hatten, setzten die beiden Frauen ihre Unterhaltung nun, statt in Englisch in ihrer Muttersprache, Hebräisch, fort. Verwundert fragte ich nach und erfuhr, dass sie hier in Europa sich nicht als Einwohner Israels bekennen, aufgrund ihrer Furcht vor Angriffen. Dies hörte ich nicht zum ersten Mal auf dem Pilgerweg. Es folgte ein lebhafter Austausch und sie spürten unmittelbar meine Begeisterung für dieses / für unsere Welt so bedeutsames und besonderes Land. Sie luden mich zum Abendessen ein und Rosh Hashanah, den Beginn des neuen Jahres, mit ihnen zu feiern. Hingegeben an eine höhere Instanz sprachen sie sehr klar vor der Mahlzeit ein Gebet in hebräischer Sprache.

So verlasse ich Portugal auch mit Dankbarkeit für alles Erlebte, Erfahrene und Wahrgenommene.

Die Wärme der Sonne auf der Haut, das Rauschen der manchesmal ungestümen Wogen des Meeres, das geöffnete Himmelszelt mit seinem intensiven und strahlendem Blau nach Tagen voller Regen. Der Duft und die Vielfalt der Blumen, die hier, mitten im Winter, in voller Blüte stehen, Der kleine Küstenort am Meer..

mit seinen Bewohnern. Der erinnernde und volltönende Klang der Kirchenglocke jede halbe Stunde.

Die jungen Frauen im Supermarkt, der junge Mann in der Taberna, der die Bälle für den Tischfussball aushändigte. Der frische Fisch, die köstlich schmeckenden Kartoffeln, das Gemüse, die Fülle an Orangen und Zitronen mit ihren unvergesslichen Aromen, jeden Morgen.

Das Herrichten und Vorbereiten des Feuers am Strand zum Sonnenuntergang. Das lodernde Feuer beim Untergang der Sonne. Der Wind, der den Rauch des Feuers in verschiedenen Richtungen lenkte.

Die kulturellen Veranstaltungen, die Weihnachtskonzerte in den Kirchen, die vielen Fahrten und Ausflüge per Zug, und noch so viel mehr.

Mit Wehmut verabschiede ich mich von liebgewonnenen Menschen. Sie stiegen an einer Station ein in den Zug des Lebens, bereit zu teilen und bereit, nach einigen Stationen gemeinsamer Fahrt, auszusteigen und den Zug wieder zu verlassen.

Shalom und danke von Herzen.

Nous vois confions à Sainte Maria Madeleine,

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